
Seit knapp 20 Jahren arbeiten Registrars in Deutschland.
Vorher war dieser Beruf hier – wie in den meisten europäischen Ländern – gänzlich
unbekannt. Er entstand nach dem Ende des 2. Weltkriegss, als in den fünfziger
und sechziger Jahren die Zahl der Ausstellungen immer mehr zunahmen und Sammlungen
ständig vergrößert wurden.
Die Berufbezeichnung „Registrar“ stammt aus diesen Anfängen,
als es in erster Linie darum ging, den Besitz von Museen, Galerien und Privasammlungen
zu registrieren. Mit zunehmender Ausstellungstätigkeit nicht nur national,
sondern auch international, erweiterte sich das Aufgabenspektrum ständig.
Man kann vereinfacht sagen, dass alles, was im weitesten Sinn mit der Bewegung
von Kunst und Ausstellungsobjekten in oder aus einem Museum, einem Ausstellungshaus,
Sammlungen und Galerien zum Tätigkeitsfeld eines „Registrars“ gehört.
Unter der Berücksichtigung der individuellen Unterschiede an den verschiedenen
Arbeitsplätzen, national und international, ist der „Registrar“ für
alle Transportvorbereitungen, die Verpackung der zu transportierenden Kunst-
und Sammlungsgegenstände, den Transport, die Beachtung der Versicherungsbestimmung
und die Einhaltung der konservatorischen Bedingungen zuständig. Hinzu kommt
in besonderen Fällen auch die persönliche Transportbegleitung. Ergänzt
werden diese Tätigkeiten durch umfangreiche Dokumentationen all dieser Aufgaben.
So ist das Büro des „Registrars“ der zentrale Punkt, an dem
alle mit der Ausleihe für Ausstellungen und Verwaltung von Sammlungen zusammenhängende
Angelegenheiten zusammenlaufen.
In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Registrars in Deutschland vervielfacht.
In vielen Einrichtungen wurde die Bedeutung der Arbeit von Registraren erkannt
und die entsprechenden Stellen wurden geschaffen. Zeitweise wurde auch über
eine Übersetzung der englischen Berufsbezeichnung ins Deutsche nachgedacht.
Diese Bestrebungen führten zu keinem befriedigendem Ergebnis. Nicht zu letzt
deshalb, weil die Bezeichnung „Registrar“ weltweit bekannt ist.
Auf mehreren Treffen mit verschiedenen Themenkreisen wurde über die Gründung
einer Interessenvertretung der Registrars nachgedacht, besonders auch um das
Berufsbild nach außen zu präsentieren und zu verfestigen. Im Januar
2004 fand schließlich in Berlin die Gründungsversammlung des Vereins „Registrars
Deutschland“ statt. Wenige Monate später erfolgte die offizielle Eintragung
in das Vereinsregister. Ausschlaggebend für die Vereinsgründung war
auch der Auftrag des europäischen Registrars Komitee, die „Fourth
European Registrars Conference“ in Deutschland auszurichten, da ein solches
Treffen immer von einem offiziellen Träger organisiert werden muß.
Nach den Treffen in London, Paris und Rom fand 2004 zum vierten Mal dieses zweitägige
Treffen der europäischen Kolleginnen und Kollegen statt. Hinzu kamen viele
Registrars aus nichteuropäischen Ländern, besonders aus den Vereinigten
Staaten. Die Konferenz in Wolfsburg, an der mehr als 400 Teilnehmer aus über
20 Ländern teilnahmen, wurde ein großer Erfolg. „Staatshaftung“ bei
Leihgaben, Strategien zur Kostenreduzierung bei Ausstellungsprojekten, Umgang
mit unkonventionellen Materalien in der Kunst, Chancen in der erweiterten EU,
neue EDV-Systeme zur Sammlungserfassung und zum Ausstellungsmanagement sowie
die vielfältigen Probleme beim Umgang mit sehr großen, schweren und „komplizierten“ Exponaten
wurden neben vielen anderen Themen diskutiert.